Whisky von den Shetlands?


Whisky-Produktion auf den Shetlands
Brennereien haben sich in ganz Schottland ausgebreitet, im Süden sogar bis nach England und im Norden über Schottland hinaus bis zu den Färöern und Island. Eine Entwicklung, bei der Schottlands entlegenster Außenposten, die Shetlandinseln, bis jetzt irgendwie stillschweigend in Vergessenheit geraten sind - und dass obwohl die Shetlandinseln hinsichtlich Klima und Ressourcen die absoluten Qualitäten besitzen, um einen wirklich bemerkenswerten Single Malt herzustellen. Es gab aber mehrerer Versuche, dort eine solche Brennerei zu etablieren. Hier eine Übersicht zu den Plänen und Aktivitäten, die erst in jüngerer Zeit endlich zu einer Brennerei zu führen zu scheinen.
Caroline Whitfield
Im Juni 2002 suchte die mit ihrem schottischen Ehemann in London lebende, schwangere Caroline Whitfield nach einem Weg, dem Trubel der Stadt, der damaligen terroristischenen Bedrohung, der Verschmutzung und dem Lärm zu entkommen. Aufgewachsen in Nord-Kanada mit einer englischen Mutter und australisch-skandinavischen Vater hatte sie immer die Zeit in abgelegenen Gegenden genossen. Als Kind war sie auf den Shetland Inseln gewesen und wusste daher, dass die Umgebung dort ideal für das Brennen von Whisky ist. 52 % des Landes sind mit Torf bedeckt und der Rest von Wasser. Wasser kommt direkt aus dem Granit mit einer optimalen pH-Balance und fließt über den Shetland Torf, der am langsamsten wachsende Torf in der Welt - bis zu 4000 Jahre alt in manchen Teilen. Wo ist hier also eine Whisky Brennerei, fragte sie sich? Dies war der Anfang eine Traumes, dessen Ende eigentlich absehbar war. Die von ihr geträumte Destillerie auf den Shetlands wurde nie gebaut, nur der Name Blackwood Distillers bleibt von ihrem schlecht durchdachten Traum zurück. Nach dem finanziellen und leider auch persönlichen Desaster für Caroline Whitfield wurde die Marke Blackwood Gin und der Vodka an die Blavod Drinks Ltd. verkauft. Ein Muckle Flugga genannter "Shetland Whisky" ging an die neue Whitfield Firma Catfirth Ltd., über. Auch dieses Unternehmen überlebte nicht. Wohl aber der noch heute erhältliche Muggle Flugga, jetzt angeboten von Broad Street Brands, London.
Muckle Flugga
First-fill- Sherry-Fässer mit gereiftem Single Malt Whisky aus der schottischen Whisky-Region Speyside wurden zu dem abgelegenen Archipel gebracht, wo der Whisky ein weiteres Jahr lagert und die harten Jahreszeiten der Shetlands erlebte, bevor er zur Abfüllung als Muckle Flugga Over Wintered in Shetland Single Malt Whisky auf das Festland zurückkehrte.
Blackwood Distillery
Sie war eine schottische Brennerei, die im Juli 2002 unter der Leitung von Caroline Whitfield mit dem Ziel gegründet wurde, die erste schottische Whisky-Brennerei der Shetlandinseln zu werden. Zu den Produkten gehörten Muckle Flugga Whisky, Jagos Sahnelikör sowie Blackwoods Gin und Wodka. Im Mai 2008 ging das Unternehmen in die Insolvenz. Die von Caroline Whitfield neu gegründete Firma, Catfirth Ltd, übernahm die verliebenen Vorräte an Whisky und führte das Whiskygeschäft fort. Die Bestände der Wodka- und Gin-Marken wurden an eine Firma namens Blavod Extreme Spirits verkauft. Im Jahr 2013 wurde eine weitere Finanzierung mit der baldigen Eröffnung einer Brennerei angekündigt. Doch bis 2015 war geschah NICHTS!
Saxa Vord Distillery
Sie ist eine Brennerei auf der Insel Unst, die zu den Shetlandinseln gehört. Die Destillerie erhielt ihren Namen von ihrer Lage unmittelbar südlich des ehemaligen RAF-Stützpunkts Saxa Vord. Die Gebäude der Destillerie liegen neben dem SaxaVord Spaceport. Es ist die nördlichste Destillerie im Vereinigten Königreich. Die Destillerie ist die erste legale Brennerei auf den Shetlandinseln. Das Unternehmen wurde 2012 von Wilma und Stuart Nickerson (ehemals Glenfiddich, Highland Park und Glenglassaugh) sowie Frank und Debbie Strang gegründet. Seit 2013 gab es Pläne, das ehemalige RAF-Gebäude in Saxa Vord umzubauen, um eine Destillerie zu etablieren. Der erste Gin wurde im August 2015 gebrannt und wird unter dem Namen Shetland Reel Gin vertrieben. Ein weiteres Projekt der Destillerie war, den ersten Single Malt Whisky Shetlands produzieren. Das Vorhaben scheiterte inzwischen wohl an der mangelnden Finanzierung und Stuart Nickeson konzentriert sich vorerst auf die Produktion von Gin. Als Vorgeschmack auf seinen geplanten Shetland Whisky gibt es schon seit November 2015 den Shetland Reel Blended Malt Scotch Whisky – destilliert in verschiedenen Whisky-Regionen Schottlands und mit Wasser aus Unst auf Trinkstärke herabgesetzt.
Lerwick Distillery
Seit 2022 treiben die beiden Geschäftsleute Martin Watt und Calum Miller ihren Plan voran, endlich eine Whiskybrennerei auf den Shetland Islands zu errichten:
Ein geeignetes wurde Gelände gefunden, die Bauarbeiten sind schon fortgeschritten und noch in 2024 soll die Lerwick Distillery im gleichnamigen Ort angefahren werden.
Die Finanzierung erfolgte zu einem erheblichen Teil über ein Investorenprogramm, das von den Shetlandinseln bis nach Australien, Japan und Amerika Interesse geweckt hat. Durch diese Investition konnte der Umfang des Projekts seit seiner ursprünglichen Konzeption erweitert werden. Highlands and Islands Enterprise (HIE) hat außerdem 250.000 Pfund in die Produktionsausrüstung investiert. Bis zur Fertigstellung werden vermutlich mehr als 4 Mill. Pfund in das Projekt geflossen sein
Interessant ist auch die Personalie des künftigen Master Distillers: Ian Millar. Er war bei William Grant & Sons Distillery Manager und Global Brand Ambassador für Glenfiddich.
Der New Make der Lerwick Distillery soll unter dem Namen Haad Still verkauft werden (eine traditionelle Redensart auf den Shetlands, die so viel wie “warte mal” bedeutet), und soll die operativen Kosten der Destillerie bis zum Erscheinen des ersten gereiften, legalen Whiskys mittragen. Zusätzlich wird ein Ladengeschäft in der Market Street eröffnet. Der Laden wird Whisky sowie andere Artikel anbieten, darunter Strickwaren von den Shetlands.
Alle Beschäftigungsmöglichkeiten um die neue Brennerei sollen zur Schaffung von 12 bis 14 Arbeitsplätzen führen.
Die Arbeiten an der Lerwick Distillery kommen gut voran. Inzwischen sind die beiden 4.000 Liter großen Brennblasen installiert, die insgesamt rund 800,000 £ (etwa 950.000 €) kosteten. Die Lerwick Distillery wird eine Produktions-Kapazität von etwa 700 bis 900 Liter reinen Alkohol pro Tag haben. Sie verfügt über sieben 5.000 Liter fassende Gärtanks. Für die anstehende Produktionsaufnahme sollen möglichst mindestens 30 Tonnen Gerste aus lokalem Anbau beschafft werden.
Dr. Setter / diverse Quellen
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