Wettlauf gegen die EU-Zölle


Wettlauf gegen die EU-Zölle
Die Entscheidung der EU, wieder hohe Zölle auf amerikanischen Whiskey einzuführen, ist die jüngste Salve in einem anhaltenden Handelskrieg, der weniger mit Spirituosen als vielmehr mit Stahl und Aluminium zu tun hat. Die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen hat deutlich gemacht, dass sie die Situation zwar „zutiefst bedauert“, aber Vergeltungsmaßnahmen notwendig seien. „Die Gegenmaßnahmen, die wir heute ergreifen, sind heftig, aber verhältnismäßig“, erklärte sie.
Für die Whiskeyproduzenten ist „verhältnismäßig“ allerdings vielleicht nicht das Wort, das ihnen zuerst in den Sinn kommt. Die EU ist der größte Exportmarkt für amerikanischen Whisky und die Geschichte zeigt, dass Zölle ernsthafte Probleme bedeuten. Als die EU 2018 erstmals eine Abgabe von 25 % einführte, brachen die Exporte innerhalb von nur drei Jahren um 20 % ein und schrumpften von 552 Millionen US-Dollar auf rund 440 Millionen US-Dollar. Nach der Aufhebung dieser Zölle im Jahr 2021 erholten sich die Exporte laut dem Distilled Spirits Council of the United States (DISCUS) im vergangenen Jahr auf 705 Millionen US-Dollar. Nun befürchten die Brennereien eine Wiederholung der Geschichte – allerdings mit noch schwerwiegenderen Folgen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Um die Auswirkungen abzufedern, liefern US-Produzenten so viel Whiskey wie möglich vor April aus. „Wir haben mit unseren ausländischen Vertriebspartnern zusammengearbeitet, um ihnen zu vermitteln, dass wir auf dem Markt bleiben wollen“, so Sonat Birnecker Hart, Mitbegründerin der Koval-Destillerie mit Sitz in Chicago. „Wir haben außerdem mehr Produkte ins Ausland geschickt, um die Krise zu überstehen.“
Bis zu einem gewissen Grad ist das eine vernünftige Strategie. Vorratshaltung mag die Vertriebspartner kurzfristig zufriedenstellen, aber Whiskey verkauft sich, wie jedes Produkt, nur, wenn die Verbraucher ihn sich leisten können. Ein 50-prozentiger Zoll ist eine brutale Preiserhöhung, die europäische Konsumenten möglicherweise nicht hinnehmen werden.
Trumps Zolldrohung
Während sich der amerikanische Whiskey auf einen Aufschwung vorbereitet, hat Donald Trump seine eigene Granate ins Spiel gebracht und mit einem atemberaubenden Zoll von 200 % auf europäischen Wein, Champagner und Spirituosen gedroht, sollte die EU nicht einlenken. „Das wird großartig für die Wein- und Champagnerbranche in den USA sein“, prahlte er in den sozialen Medien. Man könnte argumentieren, dass Champagner per Definition nur aus Frankreich kommen kann, doch Trump hat sich von der Geographie nie von einem guten politischen Vorschlag abhalten lassen.
Quelle: Drinks Business ; 14.03.2025
Bildquelle: Adobe Premium
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