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Schlechte Aussichten in der weltweiten Whisky-Industrie

Schlechte Aussichten in der weltweiten Whisky-Industrie

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Übersichtsbericht: Schlechte Aussichten in der weltweiten Whisky-Industrie

Etliche international agierende Hersteller von Whisk(e)y in den USA, Schottland und Irland haben ihre Geschäftsbilanzen veröffentlicht, denn sehr häufig ist das Geschäftsjahr nicht identisch mit dem Kalenderjahr. So wird das Weihnachtsgeschäft als das Schwergewicht im Umsatz in nur einem Geschäftsjahr erfasst. Viele der Großen im Geschäft haben ein Geschäftsjahr vom 01. April bis zum 31. März oder vom 01. Juli bis zum 30. Juni. Bei den jetzt vorliegenden Berichten zeichnet sich eine klare Tendenz ab: Die Nachfrage nach Whisk(e)y nimmt meist nicht mehr zu, sondern kennt nur noch negative Entwicklungen. Hier einige Beispiele:

Brown-Forman (BenRiach, Glendronach, Glenglassaugh) verzeichnete für den Absatz von Whiskey der Gruppe einen Anstieg um 1%, wobei alle Jack Daniel’s-Produkte mit Ausnahme von Tennessee Fire (minus 2 %) Zuwächse verzeichneten.
Der Kern-Jack Daniel’s-Whiskey legte um 1% zu. Premium-Bourbon steigerte den Whiskeyabsatz, wobei Woodford Reserve und Old Forester jeweils um 8 % zulegten. Das restliche Whisk(e)y -Portfolio der Gruppe, darunter der Scotch Whisky Glenglassaugh und der Slane Irish Whiskey, brach jedoch um 22 % ein.

Auch Constellation Brands (High West Whiskey, Nelson’s Green Brier Whisky) verzeichnet im 1.Quartal des Fiskaljahres 2026 (April-Juni 2025) einen Umsatzrückgang von 21% bei den Verkäufen von Wein und Spirituosen.Das Unternehmen hat in diesem Quartal etwas über 30% weniger ausgeliefert – was aber nicht am Whisky lag, sondern vor allem daran, dass man Svedka Vodka im Vorjahr an Sazerac verkauft hatte. Zudem hat man die Auslieferung an die sinkende Nachfrage bei Konsumenten angepasst.Sehr düster sieht man bei Constellation Brands das kommende Finanzjahr 2026: Man erwartet einen Umsatzrückgang bei Spirituosen und Weinen um 17 bis 20 Prozent. Zudem rechnet man damit, dass der Gewinn um 97% bis 100% einbrechen wird, also faktisch gleich Null sein wird. Aus diesem Grund wird man eine Strukturreform angehen, die bis ins Finanzjahr 2028 gut 200 Millionen Dollar einsparen soll.

Diageo hat die finanzielle Unterstützung des Accelerator-Programms bei Distill Ventures eingestellt (siehe separaten Abschnitt) – mit Folgen für bislang unterstützt Unternehmen: Stauning (Dänemark): Reduzierung der Produktion um 40 % und StellenabbauWestward Whiskey (USA): Anmeldung einer Insolvenz.

The Edington Group (Glenrothes, Highland Park, Macallan) verzeichnete im Jahr bis zum 31. März 2025 einen Umsatzrückgang von 10 %, der auf ein „schwieriges wirtschaftliches Umfeld“ und eine geringere Verbrauchernachfrage zurückzuführen war.

Moët Hennessy (Ardbeg, Glenmorangie), die Wein- und Spirituosensparte des Konkurrenten LVMH, kündigte vergangenen Monat Pläne an, die Belegschaft um fast 13 % zu reduzieren.

Pernod Ricard (Chivas Brothers) sieht sich in den USA mit reduzierten Ausgaben der Konsumenten beim Spirituosenkauf konfrontiert. Die Umsatzzahlen für das gerade endende Geschäftsjahr werden voraussichtlich schwach ausfallen. Es wird sicherlich zu Arbeitsplatzverlusten in der britischen Niederlassung kommen.

Suntory Global Spirits (Ardmore, Auchentoshan, Bowmore, Glen Garioch, Laphroaig) hat seine Pläne zum Bau einer 60 Millionen Pfund teuren Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in der Auchentoshan-Destillerie in Schottland aufgegeben, nachdem ihm die staatliche Finanzierung verweigert wurde. Suntory setzt trotz Blockade britischer Destillerien verstärkt auf Wasserstoff.

Schließungen und Insolvenzen

Irland

Im Zeitraum 2024/25 gab es in Irland neben Gründungen, bzw. Inbetriebnahmen neuer Destillerien etliche Insolvenzen und Schließungen:

2010 gab es in Irland nur vier aktive Brennereien. Ende 2024 war diese Zahl auf über 50 angestiegen. Mittlerweile haben bis zu 90 Prozent dieser Brennereien ihre Produktion eingestellt oder reduziert.

In den letzten sechs Monaten wurde die Waterford Distillery unter Insolvenzverwaltung gestellt, die Killarney Brewing and Distilling Company ging in die Insolvenzverwaltung und die Blackwater Distillery benötigte einen genehmigten Rettungsplan, um über Wasser zu bleiben.

Selbst unter den Giganten haben Pernod Ricards Irish Distillers die Produktion in der berühmten Midleton Distillery für mehrere Monate eingestellt; die Great Northern Distillery drosselt ihre Produktion um 70 Prozent und mehrere Brennblasen bei Tullamore Dew wurden stillgelegt.

Im Mai 2025 kündigte die Dublin Liberties Distillery (DLD) eine Produktionspause an.  Der Juni 2025 brachte die Nachricht, dass die Powerscourt Distillery ein Insolvenzverfahren angemeldet und Diageo die Roe & Co Distillery in Dublin stillgelegt und hat. Ende Juli 2025 gab die Killarney Brewing and Distilling Company (KBD) bekannt, dass sie ihre beiden Produktionsorte im County Kerry schließen und damit die Produktion von Bier und Whiskey einstellen wird - die Markteinführung eines Whiskey aus eigener Produktion war für 2028 vorgesehen.

Laut Irish Independent vom 17.07.2025 haben inzwischen bis zu 90 Prozent der irischen Whiskeyhersteller ihre Produktion vorerst eingestellt.

USA

Im September 2024 stellte die American Craft Spirits Association fest, dass seit Januar 2023 mindestens 49 handwerkliche Brennereien geschlossen wurden. Hier eine kurze Auswahl:

Dented Brick Distillery, Salt Lake City, Utah
Forge & Foundry Distillery, Stillwater, Minnesota
Golden Moon Distillery, Golden, Colorado
One Eight Distilling, Ivy City, Washington D.C.
Lost Spirits Distillery, Las Vegas, Nevada
Montana Distillery, Stevensville, Montana

Distill Ventures

Distill Ventures feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen – und es wäre kaum übertrieben, die Geschichte seiner Gründung und Entwicklung als eine der spannendsten der letzten Dekade in der Getränkebranche zu bezeichnen. Was Distill Ventures besonders macht, ist das zugrunde liegende Konzept: eine einzigartige Partnerschaft zwischen unabhängigen Gründern und Diageo, dem weltweit größten Spirituosenkonzern. Die einen bringen innovative Ideen mit und suchen Kapital zur Umsetzung – die anderen halten Ausschau nach dem nächsten großen Wachstumsimpuls.

Auch wenn die Entwicklung mitunter langsam verläuft, zeigen sich klare Erfolge. Gegründet wurde Distill Ventures 2013 von den Branchenkennern Shilen Patel und Frank Lampen. Gemeinsam mit Diageo entwickelten sie ein einfaches, aber wirkungsvolles Modell: Sobald Diageo in ein Start-up investiert, begleitet Distill Ventures das Unternehmen operativ und strategisch – Seite an Seite mit den Gründern. Langfristiges Ziel ist eine mögliche Übernahme durch Diageo.

Was zunächst ambitioniert klang, hat sich bewährt: Zehn Jahre, rund 300 Millionen US-Dollar und 35 Start-ups später hat Diageo fünf dieser Marken übernommen oder hält eine Mehrheitsbeteiligung – ein beachtlicher Erfolg in einer dynamischen, aber hart umkämpften Branche.

Mitteilung auf der Website von Distill Ventures:

Von 2013 bis 2025 unterstützte Distill Ventures Spirituosen- und alkoholfreie Spirituosenmarken bei der Expansion und dem Ausstieg aus ihren Geschäftsfeldern. Wir arrangierten Finanzierungen in Höhe von über 300 Millionen US-Dollar. Zu den von Distill Ventures übernommenen Marken gehören Belsazar, Seedlip, Ritual Zero Proof, Kikori und Mr Black. Wir vermitteln keine Investitionen mehr. 

Wir arbeiten weiterhin mit einigen der weltweit führenden Craft-Whisky-Unternehmen zusammen und unterstützen deren Marken- und Geschäftsentwicklung sowie deren globales Wachstum. Wir übernehmen jedoch keine neuen Unternehmen.


Stand 31.07.2025

Bildquelle: Raymond, Adobe Stock, 1611294890

 



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