Projekt: Whisky in Aluminiumflaschen


Projekt: Whisky in Aluminiumflaschen
Wir untersuchen, wie die Stirling Distillery nachhaltiger wirtschaften kann. Im vergangenen Jahr haben wir in Zusammenarbeit mit der Heriot-Watt University die Machbarkeit der Abfüllung von Stirling Whisky in Aluminiumflaschen ab 2027 geprüft.
Die Herausforderungen sind zweifach: Würde sich das Geschmacksprofil des Whiskys in dieser Verpackung verändern und wären Konsumenten bereit, eine teure Flasche Whisky in dieser ungewohnten Verpackung zu kaufen?
Zwei Studenten (Andrew Marr und Charlotte York) widmeten sich in ihren Abschlussarbeiten der ersten Frage. Andrew konzentrierte sich auf die sensorischen Eigenschaften, Charlotte auf die chemische Zusammensetzung. Ihre Ergebnisse können Sie hier ausführlich nachlesen.
Eine Zusammenfassung ihrer Arbeit:
Aluminiumflaschen sind deutlich nachhaltiger als Glasflaschen, benötigen aber eine Innenbeschichtung, um Veränderungen des Geschmacksprofils im Laufe der Zeit zu vermeiden. Selbst mit einer solchen Beschichtung, deren Zusammensetzung entscheidend ist, wäre Aluminium immer noch die nachhaltigere Option. Professorin Annie Hill, Dr. David Ellis und ihre Studierenden stehen nun vor der Herausforderung, das am besten geeignete Liner-Material zu ermitteln. Denn wenn dieses dem hohen Ethanolanteil des Destillats nicht standhält, zersetzt es sich, und Aluminium gelangt in Form von Säuresalzen in die Flüssigkeit. Vielen Dank an die Universität für die Annahme dieser Herausforderung und an die Studierenden für ihre hervorragende Arbeit. Wir werden weiterhin Initiativen zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Whiskyindustrie entwickeln und dabei die strengen Standards der SWR 2009 einhalten.
Hier die Ergebnisse beider Arbeiten:
Schlussfolgerung:
Die wichtigste Erkenntnis dieser Studie ist, dass die Verwendung von Aluminiumflaschen sowohl für die Sterling Distillery als auch für die schottische Whiskyindustrie insgesamt durchaus Potenzial birgt. Allerdings sind deutlich mehr Forschung und gegebenenfalls die Weiterentwicklung der Infrastruktur und bestehender Technologien erforderlich, bevor dies ethisch vertretbar umgesetzt werden kann. Ein möglicher Zwischenschritt wäre die Verwendung einer PET-Auskleidung der Aluminiumflasche, die deutlich nachhaltiger als Glas ist. Schottland bräuchte leistungsfähigere Anlagen zur Aluminiumverarbeitung und zum Recycling, um die Verwendung von Primäraluminium zu vermeiden. Nach 15 Wochen Lagerung ist kein sensorischer Unterschied feststellbar. Spirituosen, insbesondere Whisky, können jedoch oft deutlich länger in der Flasche lagern, weshalb weitere Forschung zur Langzeitlagerung in Aluminiumflaschen notwendig ist. Es besteht ein deutlicher Unterschied in der chemischen Zusammensetzung der Spirituosen, selbst unter stabilen Bedingungen. Die chemische Analyse identifizierte mehrere Reaktionen, darunter eine erhöhte Konzentration von Aluminium, was potenziell gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Daher müssen diese weiter untersucht werden, insbesondere im Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken. Die nächsten Schritte dieser Forschung umfassen eine Wirtschaftlichkeitsanalyse, um zu untersuchen, wie diese Umstellung sicher und kosteneffektiv umgesetzt werden kann, ohne die hohe Qualitätswahrnehmung zu beeinträchtigen. Besonderes Augenmerk muss auf der Kundenwahrnehmung der Flaschen selbst liegen und darauf, ob diese ihre Einschätzung der Premiumqualität des Produkts beeinflusst und ob sie es weiterhin kaufen werden.
Charlotte York: Auswirkungen der Lagerung in Aluminiumflaschen auf die Qualität von Scotch Whisky
Schlussfolgerung
Diese Studie untersuchte die Auswirkungen der Lagerung von Scotch Whisky in Aluminiumflaschen mit Fokus auf die chemischen Wechselwirkungen zwischen Whisky und Aluminium. 1H-Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) -Spektren zeigten, dass der Kontakt mit festem Aluminium zu einer signifikanten Reduktion von Ameisensäure und Gallussäure führte, wahrscheinlich aufgrund von Reaktionen, die Aluminiumsalze bilden. Rühren mit festem Aluminium verursachte deutlichere Veränderungen, während ungerührte Proben weniger Veränderungen aufwiesen. Die Ergebnisse der induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie (ICP-MS) zeigten besorgniserregende Anstiege der Aluminiumkonzentrationen, insbesondere von Aluminiumsalzen, die die empfohlenen Grenzwerte überschritten. Aluminiumverpackungen bieten zwar Vorteile wie geringeres Gewicht und Recyclingfähigkeit, doch das Potenzial für chemische Reaktionen und Sicherheitsbedenken erfordern weitere Forschung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aluminium zwar für junge Spirituosen geeignet sein mag, seine Verwendung für gereiften Scotch Whisky jedoch weiterer Untersuchungen bedarf, um sicherzustellen, dass es die Whiskyqualität nicht negativ beeinflusst oder gesundheitliche Risiken birgt.
Quelle: Stirling Distillery ; 12.01.2026
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