Istill
iStill
Das 2012 in Woerden bei Utrecht gegründete niederländische Unternehmen iStill stellt die vom Firmengründer Dr. Edwin van Eijk entwickelten hochautomatisierten Destillieranlagen her, die sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Destillateure eignen. Die technologiebasierten Systeme vereinfachen den Destillationsprozess und gewährleisten gleichbleibende Ergebnisse.
Mit Energieeffizienz, bewährten Systemen und einem Design, das sich durch seine proprietäre Technologie auszeichnet, ist die iStill eine gute Wahl für alle, die eine moderne, benutzerfreundliche Anlage für die Destillation von der Gärung bis hin zu hochrektifizierten Destillaten suchen.
Inzwischen sind die iStills auch in so bekannten Brennereien wie Deeside Brewery and Distillery, Dornoch, Glasgow, Orkney Wine Company in Schottland, Wrecking Coast in Cornwall und Blackwater in Irland im Einsatz.
Daher nachfolgend ein kurzer Überblick in die Arbeitsweise und die Vorteile der iStill gegenüber den traditionellen Brennverfahren:
Schema & Funktionsweise eines iStill‑Systems
1. Boiler / Maische-Behälter
- Edelstahlbehälter für Maische, Fermentation und ggf. Destillation in einem ("all‑in‑one") – genutzt z. B. beim iStill Mini und größeren Hybrid-Modellen.
- Direkt- oder indirekte Heizsysteme (oft mit Heizspirale oder Dampfdruck) – bei indirekter Heizung deutlich leichter zu reinigen. Erhitzt die Maische zur Dampfbildung, ggf. mit indirekter Heizung.
2. Liquid Management Column (LMC = Packkolonne)
- Packkorb mit Edelstahlfedern statt klassischen Blasenkappen- oder Lochplatten – fungiert als Flüssigkeitsmanagement‑Säule (Liquid Management, LM‑Kolonne). Stahltellerspiralen ermöglichen gute Trennung durch kontrollierten Reflux.
- Software‑gesteuerte Temperatur- und Druckregelung steuert einen Nadelventil zur optimalen Reflux- und Dampfbalance.
3. Temperatur- & Drucksensoren
- Mehrere Temperaturfühler auf verschiedenen Ebenen (z. B. im Dampf oberhalb der Kolonne) entlang der Kolonne zur automatischen Schnittpunkterkennung (Vor-, Haupt- und Nachlauf). äußerer Umgebungsdruckwerte zur exakten Refluxkontrolle
- Atmosphärischer Drucksensor zur Anpassung äußerer Umgebungsdruckwerte zur exakten Refluxkontrolle.
4. Software & Steuerungssystem
- iStill „StillControl“ App: Echtzeit-Monitoring, automatische Schnittpunkterkennung (Vor-, Haupt- und Nachlauf), Power-/Reflux-Management.
- PID-gesteuerte Regelung von Heizleistung und Ventilöffnung je nach gewähltem Ziel‑ABV (z. B. für Vodka, Gin, Whisky).


5. Kondensator & Reflux / Produktabzug
- Kupfer-Waffel (Copper Foam Technology, CFT) oder Kupfer-Reflux-Kondensator (meist atmosphärisch offen) am oberen Ende der Packkolonne, um Schwefelverbindungen zu katalysieren und unerwünschte Aromastoffe zu entfernen – ohne Nachteile wie die Bildung von Ethylcarbamat oder aufwändiges Kupfer-Reinigen. Die Menge des verwendeten Kupfers ist optimiert für Effektivität bei minimalem Wartungsaufwand.
- Der kondensierte Dampf wird teilweise zurückgeführt (Reflux), ein Teil wird als hochwertiges Produkt abgezogen. Der Rückflusskondensator bearbeitet den Rücklauf ein letztes Mal, bevor er die Kolonne verlässt und wieder in den Kessel gelangt. Dadurch steigert er die Gesamtleistung der Kolonne um satte 20 %. Das Ergebnis: ein stabilerer Lauf, Energieeinsparungen und höhere Produktionsraten.
6. Produktstrom (Heads / Hearts / Tails)
- Getrennte Linien für Vor-, Haupt- und Nachlauf-Fraktionen - alles standardisierte Destillationsabschnitte
- Der Vorlauf (Heads) wird frühzeitig abgetrennt, bevor der Hauptlauf (Hearts) gesammelt wird.
- Danach Abtrennung des Nachlaufs (Tails).
Fazit
Das iStill‑Schema kombiniert moderne Automatisierung mit klassischer Destillationstechnik:
- Edelstahl‑Boiler für Fermentation/Maische.
- LM‑Packkolonne zur präzisen Trennung.
- Sensorik & Softwaresteuerung für automatisierte Cuts.
- Kondensation & Reflux-Management zur Steuerung der Ethanol-Reinheit.
- Reinigen & Desinfektion: Die iStill nutzt eine automatische Reinigung sowie eine Selbst-Sanitationsroutine: gegen Ende oder zu Beginn eines Laufs reinigt sich die Anlage selbst – ohne zusätzliche Chemikalien.
Vorteile einer istill
- Automatische Desinfektion und Reinigung
Die iStill Hybrid-Destillieranlage nutzt den letzten Rest Alkohol aus dem Lauf zur automatischen Desinfektion der Destillieranlage. Die iStill Hybrid-Destillieranlage nutzt außerdem den ersten Rest Alkohol des nächsten Laufs, um Kolonne, Platten, Kühler und Trennschalter zu Beginn des nächsten Laufs automatisch zu reinigen. Dies erspart den Reinigungsaufwand pro Tag oder Lauf.
Hinweis: Auch traditionelle mash tuns können nach dem zusätzlichen Einbau einer CIP-Anlage automatisch gereinigt werden, nicht jedoch die Brennblasen. - Maillard-Reaktion
Die iStills arbeiten mit Direktbeheizung. In Kombination mit dem quadratischen Kessel und dem Strahlrührer kann die Maillard-Reaktion (für 25 % mehr Geschmack) ohne das Risiko eines Anbrennens erfolgen. - Alkoholgehalt (ABV-C)
Sie können den gewünschten Alkoholgehalt oder Prozentsatz einstellen. Die iStill Hybrid Still unterstützt jeden Prozentsatz von 40 bis 94 Vol%. Sie stellen ihn ein, die iStill erledigt den Rest.
Nachtrag: Aus den vorstehenden Ausführungen bleiben einige Fragen offen, die hier kurz abgehandelt werden sollen.
Frage: Kann das Destillat aus einer iStill nach entsprechender Reifung im Holzfass als Whisky bezeichnet werden?
Ja, wenn alle Bedingungen laut:
EU-Verordnung (EG) Nr. 110/2008 vom 15. Januar 2008 für die Bezeichnung als "Whisky“ eingehalten werden:
- Muss aus Getreidemaische hergestellt werden, die durch die Wirkung von Malz oder anderen natürlichen Enzymen verzuckert wurde.
- Destillation mit einem Alkoholgehalt von unter 94,8 % vol., sodass das Destillat Geschmack und Aroma aus den Ausgangsstoffen behält.
- Es dürfen keine Zusatzstoffe hinzugefügt werden (außer Wasser zur Reduktion des Alkoholgehalts und ggf. E150a (Zuckerkulör) zur Farbkorrektur).
- Mindestens drei Jahre Reifung in Holzfässern mit einem Volumen von höchstens 700 Litern.
- Mindestalkoholgehalt von 40 % vol. beim Endprodukt.
Scotch Whisky Regulations 2009
Um als Scotch Whisky bezeichnet zu werden, muss ein Produkt:
- in einer schottischen Brennerei aus Wasser und gemälzter Gerste (mit anderen Getreiden erlaubt) hergestellt worden sein.
- durch Destillation auf weniger als 94,8 % vol Alkohol (so dass das Destillat den Geschmack der verwendeten Rohstoffe behält) hergestellt worden sein.
- mindestens 3 Jahre lang in Schottland in Eichenfässern mit maximal 700 Litern gereift sein.
- keinen anderen Zusatz enthalten als Wasser und gegebenenfalls Zuckerkulör (E150a).
- mindestens 40 % vol Alkohol beim Abfüllen haben.
- nicht in kontinuierlichen Destillationsanlagen ohne Aromarückgewinnung gebrannt worden sein
Die entscheidende Frage: Ist die iStill-Destillation nach der Scotch Whisky Regulations 2009 erlaubt?
Die iStill ist eine moderne, computergesteuerte Destille, die auch mit Refluxkontrolle arbeitet. Viele iStills sind hybride Destillen (Pot/Column Still) und werden auch zur Whiskyherstellung eingesetzt.
Die entscheidende Frage: Darf man mit einer iStill einen "Single Malt" herstellen?
Das hängt davon ab, in welchem Land und welche gesetzlichen Vorschriften gelten:
???? In Schottland:
NEIN.
- Laut den schottischen Whisky-Gesetzen (Scotch Whisky Regulations 2009) muss ein schottischer Single Malt in traditionellen Kupferbrennblasen (Pot Stills) hergestellt werden.
- Die iStill ist aus Edelstahl und entspricht daher nicht den gesetzlichen Anforderungen für "Scotch Single Malt".
???? Außerhalb Schottlands (z. B. Deutschland, USA, Schweiz):
JA, möglich, wenn:
- Nur gemälzte Gerste verwendet wird
- Aus einer einzigen Brennerei stammt
- Die gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Landes nicht explizit Kupfer als Material vorschreiben
In vielen Ländern gibt es keine Vorschrift, dass Single Malt nur mit Kupferbrennblasen produziert werden darf.
???? In Irland
JA.
- In Irland kann Single Malt Whisky grundsätzlich mit einer iStill hergestellt werden, aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Details im Kontext der irischen Gesetzgebung
Die Herstellung von Irish Whiskey ist durch den Irish Whiskey Technical File (2019)5469807 vom 29/08/2019) geregelt, die bei der EU hinterlegt ist (da Irish Whiskey eine geschützte geografische Angabe – g.g.A. ist). Diese Datei legt genau fest, wie Irish Whiskey hergestellt werden muss, einschließlich Single Malt.
Definition von Irish Single Malt Whiskey laut Technical File:
Ein Single Malt Irish Whiskey muss:
-
-
- Aus 100 % gemälzter Gerste bestehen
- In einer einzigen Brennerei hergestellt sein
- Diskontinuierlich in Pot Stills destilliert sein
- Mindestens 3 Jahre in Holzfässern (nicht mehr als 700 Liter) reifen
- In Irland hergestellt sein
- Mit Wasser und ggf. Karamellfarbe (E150) versetzt werden dürfen – sonst nichts
-
Was bedeutet das für die Verwendung einer iStill?
Die entscheidende Hürde liegt im Punkt:
„diskontinuierlich in Pot Stills“
Die iStill ist eine moderne Edelstahl-Destille, die sowohl kontinuierlich als auch diskontinuierlich betrieben werden kann – je nach Modell und Konfiguration.
Voraussetzung:
Um Single Malt Irish Whiskey mit einer iStill herzustellen, muss der Hersteller die iStill im diskontinuierlichen Modus („batch distillation“) als eine klassische Pot Still betreiben.
Zudem muss die Form und Funktion der iStill der Definition einer „Pot Still“ in der Technical File entsprechen – das bedeutet, sie darf nicht wie eine kontinuierliche Kolonnendestille oder Reflux-Still verwendet werden.
Ist Edelstahl erlaubt?
Die Irish Whiskey Technical File schreibt nicht explizit vor, dass Pot Stills aus Kupfer bestehen müssen (im Gegensatz zu schottischen Vorschriften).
Aber: Kupfer wird de facto erwartet, da es die traditionelle Pot-Still-Funktionalität unterstützt – vor allem zur Entfernung von Schwefelverbindungen.
Die iStill bietet hier optional Kupferkatalysatoren, die diesen Zweck ebenfalls erfüllen.
Quelle: Dr. Setter (KI-gestützt)
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