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  • Datum:
  • 18.07.2016

Das massives Sterben der Eichen

Unbemerkt von der Mehrzahl der Whisk(e)y-Konsumenten sind in den letzten 20 Jahren in Kalifornien und Oregon bereits Millionen von Eichen Opfer einer Seuche (Sudden Oak Death) geworden. Die Herkunft des aggressiven Erregers Phytophthora ramorum (ein pilzähnlicher Mikroorganismus) ist noch unklar, wird aber mit Boden und Grundwasser in Verbindung gebracht. Es gibt keine Berichte über dieses Pathogen in den USA oder Europa vor Mitte der 1990er Jahre. Seine Aggressivität auf Tanoaks ( eine immergrüne Laubbaum¬art innerhalb der Familie der Buchengewächse) allen Alters und seiner begrenzten geografischen Bereich in Bezug auf die Verteilung seiner Wirtspflanzen, deuten darauf hin, dass es eine aus einem unbekannten Ursprungsland eingeschleppte Krankheit oder aber eine Kreuzung zweier bekannter Phytophthora-Arten sein.

Der Name Sudden Oak Death (SOD = plötzlicher Eichentod) ist von dem Erscheinungsbild abgeleitet, dass das Laub der befallenen Baumbestände plötzlich innerhalb weniger Wochen braun wird.

 

 

Tatsächlich kann die Zeit von der ersten Infektion bis zum Tod des Baumes aber viele Monate bis zu mehrere Jahre betragen. P. ramorum wurde bisher fast zeitgleich nur in Nordamerika und Europa festgestellt. Bislang sind nahezu alle europäischen Länder betroffen.

In Europa sind Rhododendron und Schneeball die Hauptwirtspflanzen. In Deutschland ist ein Befall an Bäumen (Wald) bisher noch nicht aufgetreten, wohl aber in den Niederlanden und in Großbritannien.

 

Die Krankheitssymptome reichen je nach befallener Wirtspflanze von Blattflecken (scharf begrenzt, rötlich-braun, auch oft entlang der Mittelrippe), Triebsterben (dunkle Triebverfärbungen, pflanzenabhängig von der Basis, Mitte oder auch Spitze der Triebe beginnend), Kambiumnekrosen mit bis hin zum Absterben der befallenen Pflanze.       

Im Gegensatz zu den meisten anderen Phytophthora-Arten, die Bäume befallen, wird P. ramorum auch mit der Luft und mit Nebel- oder Regentropfen verfrachtet. Auf infizierten Blättern und Trieben können sich bei hoher Feuchtigkeit und gemäßigten Temperaturen große Mengen von Sporangien bilden, die dann der Luftstrom weiter transportiert. Das Infektionsrisiko innerhalb eines Bestandes geht bei P. ramorum demnach nicht nur vom Boden aus, sondern auch ganz direkt von erkrankten Pflanzen über Luft und Spritzwasser.

Vermutlich haben die zahlreichen Nebeltage und die dadurch vorhandene hohe Luftfeuchtigkeit sowie anhaltende Blattnässe in den Waldgebieten entlang der kalifornischen Küste entscheidend für die schnelle Ausbreitung und die hohe Infektionsrate beigetragen.  
Sobald eine Eiche mit dem Erreger befallen ist, entstehen offene Stellen in der Rinde, aus denen der Saft des Baumes austritt - der Baum blutet aus. Nach Aussagen von Naturwissenschaftlern wurde der Zeitpunkt zum Eindämmen dieser Epidemie um das Jahr 2002 verschlafen. Es droht nun eine Ausbreitung auch auf andere Bundesstaaten.


Eichenholz ist das Basismaterial der Fässer zum Reifen der Spirituose Whisk(e)y. Und schon liegt die Frage nach dem möglichen Befall der amerikanischen Weißeiche aus der bekanntlich die Fässer zum Reifen von Bourbon Whiskey gefertigt werden und die danach auch für den Scotch zum Einsatz kommen. Eine Zerstörung der Eichenwälder hätte katastrophale Auswirkungen nicht nur für die Whiskeyproduktion in den Staaten, sondern auf die Produktion in der ganzen Welt, da auch dort ein sehr hoher Anteil der Fässer eben aus der Produktion von Bourbon stammt.

Seit Jahren steigt die Nachfrage nach Whisk(e)y und damit auch nach Bourbonfässern. Im Jahre 2013 wurden in Kentucky mehr als 1,2 Mill. Fässer aus Holz der Weißeiche gefertigt. Momentan reifen umgerechnet auf die Bevölkerungszahl gut 1,5 Fässer mit Whiskey für jeden Bürger der USA. Bei der Independent Stave Company, einer größten Produzenten von Fässern weltweit, macht man sich durchaus Gedanken über den Sudden Oak Death, kommt aber zu der Überzeugung, dass die zur Herstellung von Fässern genutzte Weißeiche vorerst nicht gefährdet ist.

Das Hauptvorkommen der Weißeiche liegt ist den Oststaaten der USA, das Eichensterben tritt aber bislang nur im weit entfernten Kalifornien auf. Der Erreger wurde zwar auch im Südosten des Landes in Flüssen und Bächen nachgewiesen, führte aber dort (bislang) nicht zu Erkrankungen der Eichen dieser Regionen. Als Grund hierfür wird vermutet, dass nicht alle Eichensorten von dem Erreger befallen werden oder die Krankheit ausbricht. Bislang wurde der Sudden Oak Death bei den Unterarten Küsteneiche, Kalifornische Schwarzeiche, Tanoak und Roteiche gefunden. Der Erreger verursacht auch Zweig- und Blatterkrankungen in anderen Baumarten (Kalifornischer Lorbeer, Douglasie und Küstenmammutbaum).

Die für die Fassproduktion so wichtige Weißeiche scheint aber gegen den Erreger immun zu sein – zumindest wurde bislang keine befallene Weißeiche gefunden. Wissenschaftler wissen nicht, warum die Weißeiche gegen den Erreger immun ist und wie lange es so bleiben wird. Sie schließen die Möglichkeit einer Mutation des Erregers nicht völlig aus - und damit eine Bedrohung des Befalls aller Unterarten der Eiche. 

 

Dr. Jürgen Setter
Quelle: u.a. Popular Science ; 06.07.2016

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